Panantukan Regensburg

Panantukan | Martial Arts Sytematics – Lexikon

Im Panantukan, was unter dem Begriff „philippinisches Boxen“ oder auch „dirty boxing“ bekannt ist, findet sich ein Boxstil, in dem alle Gelenke und Glieder als Waffen benutzt werden. Also auch Schläge mit Ellbogen, Schultern, Unter- und Oberarmen, offener Handfläche.. etc. Es finden sich auch Elemente des Silat darin, ähnlich dem Martial Arts Sytematics. Die dazugehörenden Beintechniken, bezeichnet man als Pananjakman. Erlaubt ist nahezu alles, was einen Kampf gewinnen lässt. Im Training werden diese natürlich kontrolliert und abgeschwächt geübt, da die Gesundheit der Panantukan-Betreibenden vor allem Vorrang hat.

Bei Martial Arts Sytematics beschäftigen wir uns u.a. in der sogenannten B-Klasse viel mit dieser Kunst (aber nicht ausschließlich). Da Panantukan in manchen Dingen dem westlichen Boxen ähnelt, oder dieses auch als gute Grundlage dafür gesehen werden kann, werden bei uns u.a. in der A-Klasse vorher diese Basics aufgebaut.

Das ist aus unserer Sicht des „Lernens durch Erfahrung“ nötig, bevor man immer mehr Körperwaffen hinzu bringt. So hat man ein solides Fundament und ein besseres Verständnis für die Dinge in Ihrer Allgemeinheit.

Pananjakman

Das Pananjakman, also die Kunst der Beine, sollte mit dem Panantukan Hand in Hand gehen.

Trainingsmöglichkeiten

Das Panantukan zeichnet sich im Training zu Beginn durch sogenanntes Einzelreiztraining, Drills und Zyklen aus. Drills und Zyklen bezeichnen einen immer wiederkehrenden Bewegungsfluss und haben den Vorteil des spielerischen Lernens. Hier kann man in Ruhe probieren und muss keine Angst vor Fehlern haben. Zudem werden grundlegende Ideen durch hohe Wiederholungszahlen eingeschliffen. Schließlich geht es mehr und mehr um die freie Vernetzung dieser einzelnen „Drills / Reize“ untereinander. Damit man hier nicht an eingefahrenen Abläufen festhängt, spielt das „Einzelreiztraining“ eine große Rolle. Dann geht es um einzelne Anwendungen, bis hin zum Sparring.

Das Einzelreiztraining ist so zu verstehen wie ein dynamisches Lego-Spiel. Die einzelnen Teile können nahezu beliebig aneinander gesetzt werden und je nachdem entsteht ein immer neues Bauwerk, den sich ständig ändernden Anforderungen entsprechend.

Da Panantukan ein fester Bestandteil im Martial Arts Systematics ist, findet man auch in jedem Training Elemente davon.

Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten

Im Panantukan erahnt man Einflüsse des Silat. Aber auch der philippinischen Waffenkünste wie Arnis oder Eskrima. Selbst das chinesische Boxen, das Wing Chun (in seiner freien Form), ähnelt in manchen Stilen dem Panantukan und Pananjakman.

Das liegt auch mitunter sicher daran, dass die Menschen seit jeher verbinden, was sie verbinden können. Somit verschmelzen die Kampfkünste in einer Form miteinander, in der oft nicht mehr wirklich getrennt werden kann, wo welcher Ursprung ist. Das war schon immer so und kann ein großer Fortschritt sein.

Diese Philosophie haben wir auch in der Martial Arts Sytematics Schule Regensburg. Denn wir wollen uns am Menschen orientieren und nicht an einem „Stil“ oder „System“ festhalten. So gesehen gibt es kein „Besser“ oder „Schlechter“. Es kann alles aufgenommen werden, was unseren Kampfprinzipien entspricht und dem individuellen Menschen nützt. Oder weil es einfach nur Spaß macht.

Jedoch immer mit der Vorsicht, dann keinen wahllosen Technik-Brei ohne roten Faden zu kreieren. Denn dann sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.

Das Programm

Darum steht der Begriff „Martial Arts Sytematics“ lediglich für ein Kampfkunstprogramm, in welchem man in die verschiedenen Konzepte der Kampfkunstwelt eintauchen kann. In systematischer Ordnung und nicht durcheinander. Martial Arts Sytematics ist so gesehen nicht als ein „Stil“ zu betrachten, sondern als ein Lernweg in der waffenlosen Kampfkunst, als auch der Waffenkunst.